Donnerstag, 16. Mai 2019

Steigende Immobilienpreise in Schweden


Nachdem sich Anfang April der schwedische Immobilienmarkt stabilisierte, ich berichtete, verzeichnet nun der hiesige Immobilienmarkt wieder eine Preissteigerung. Dies geht aus einem Artikel der Dagens Nyheter hervor. Im Vergleich zum Vormonat ist eine durchschnittliche Preissteigerung von rund einem Prozent zu verzeichnen, im Vergleich zum letzten Quartal sind es je nach Lage zwischen zwei und drei Prozent. In Gänze stieg die Anzahl von Verkäufen im Vergleich zum April des Vorjahres um 10%

Was heisst dies nun aber?

In erster Linie dass es offensichtlich mehr und mehr Menschen in Schweden geben muss, die Interesse daran haben, ihre Immobilie zu verkaufen. Das kann einerseits damit zu tun haben, dass man eben momentan noch immer einen guten Schnitt machen kann. Es kann aber auch damit zusammen hängen, dass dies oder jener vielleicht verkaufen muss, um an Geld zu kommen. Auch das ist möglich. 

Wie sieht dies konkret aus - ein Beispiel?

In unserem kleinen Dörfchen Orrefors steht momentan eine Immobilie mit rund 71 Quadratmetern auf knapp 1.300 Quadratmeter Land zu einem Preis von 465.000 Kronen zum Verkauf. Dies ist in Anbetracht aktueller Marktlage ein sehr sehr guter Preis. Vollkommen dahin gestellt, dass Immobilien dieser Bauart noch vor wenigen Jahren für weit weniger zu haben waren. 

Schwedens Regierung bestellt Chef von Klarna ein

Dies geht aus einer Meldung des Svenska Dagbladet hervor. Ursache dessen wachsende Unzufriedenheit im Lande mit Klarna. Mehr und mehr Kunden landen offensichtlich durch Klarna Käufe in der Schuldenfalle. Wobei fairerweise gesagt werden muss, dass ja nun wirklich niemand gezwungen wird, mit Klarna zu bezahlen oder als online Shop Betreiber Klarna anzubieten. Gibt es doch mittlerweile hinreichend viele Möglichkeiten auch ohne Klarna durch das Leben zu gehen.

Dienstag, 14. Mai 2019

Schwedische Parteien setzen auf Atomkraft

Einer Meldung des schwedischen Fernsehens folgend setzen die Moderaterna und die Kristdemokraterna unter Bezug auf eine Publikation der Dagens Nyheter weiter auf Atomkraft. Vertreter beider Parteien sind der Ansicht:

Atomkraft hat ein grosses Potential!

Ein weiterer Aspekt betrifft den geplanten Ausbau der Elektromobilität. Wenn alle in Schweden zugelassenen Autos auf Elektroantrieb umgerüstet würden, entspräche dies einem zusätzlichen Bedarf von 11 TWh pro Jahr. Ausgehend von einer auf 20 Jahre angelegten Umstellung entspricht dies einem jährlich wachsenden Strombedarf von 0,5 TWh. Will man also dieses politische Ziel umsetzen, dann müssen auch schlicht weg die dazu nötigen Voraussetzungen geschaffen werden. 

Nach wie vor haben die Windkraft wie die Photovoltaik einen Naturgesetz bedingten Webfehler. Beide sind im wahrsten Sinne des Wortes von Wind und Wetter abhängig. Hinzu kommt, dass bei der Übertragung der Elektroenergie von den gerade im Struktur schwachen Lappland entstehenden Windparks in die Ballungsgebiete im Süden Schwedens sehr hohe Verluste entstehen, die der Fachmann auch Blindleistung nennt. Dies Blindleistung, der Name sagt es, ist wahrlich blinde Leistung. Sie wird während der Übertragung in Wärme umgewandelt und trägt damit auch zur Klimaerwärmung bei. Nur vergessen das gern viele Menschen. Hinzu kommt:

Das Netz ist kein Speicher!

Auch wenn das so manche selbst ernannte Weltverbesserer permanent behaupten. Es kann nie ein Speicher sein, weil das Netz im Kern nichts anderes als ein schnödes Stück Kupferkabel ist. Und derjenige, der es schafft, in sagen wir einem Meter Kupferkabel was auch immer zu speichern, der kann sich sehr sehr sicher schon einmal einen guten Anzug für die nächste Nobel Preis Verleihung kaufen. 

So ist durchaus nachvollziehbar, dass beide genannte Parteien, in der Atomkraft genau die Brückentechnologie sehen, um das politische Ziel langfristig nur noch erneuerbare Energie einzusetzen, Realität werden zu lassen. Gibt es doch der Forschung wie der Wirtschaft hinreichend Zeit, dazu auch die nötigen Voraussetzungen zu schaffen. Eine könnte bspw. lauten, endlich wieder Elektroenergie dazu zu erzeugen, wo sie benötigt wird. Das war noch in den 1920er Jahren durchaus üblicher Standard in Schweden. 

Auch ist dieser Ansatz so neu nicht. Steht es doch in Einklang mit der am 10.06.2016 getroffenen Energieöverenskommelsen zwischen Regierung und Opposition. Schweden hat seit Anfang 2015 eine rot grüne Minderheitsregierung.

Samstag, 11. Mai 2019

Wettbewerbsvorteil: Schweden hat eine eigene Währung

Zu dieser Schlussfolgerung kommt dieser Tage Björn Wahlroos. Einer Meldung des finnischen Hufvudstadsbladet folgend bezeichnete er Finnlands Beitritt zum Euro als einen Fehler. Er sagte weiterhin:

"Vi sitter fast i en tysk valuta med en finsk arbetsmarknad"  
"Wir sitzen fest mit einer deutschen Währung in einem finnischen Arbeitsmarkt"  

wie die Zeitung weiter schreibt. Im Ergebnis dessen verzeichnet die finnische Wirtschaft seit rund zehn Jahren ein Null Wachstum während Schwedens Bruttosozialprodukt konstant wuchs. Ursache dessen die Möglichkeit der schwedischen Reichsbank flexibel im Interesse der schwedischen Wirtschaft reagieren zu können. Genau das kann die finnische Nationalbank schon lange nicht mehr. Sie ist immer nur der verlängerte Arm der Europäischen Zentralbank. In Zahlen ausgedrückt stellt sich dies so dar:
  • Vor zehn Jahren lag der Wechselkurs der SEK zum EUR am 13.05.2009 bei 1: 10,73.
  • Am 10.08.2012 erreichte er die Marke 1: 8,81.
  • Am 10.05.2019 lag er bei 1:10,79 und damit in etwa auf dem Wert vor zehn Jahren.
Dazwischen lag die Griechenland- wie diverse andere Krisen. Auf all diese konnte die schwedische Wirtschaft auf Grund einer eigenständigen Währung ganz ganz anders reagieren als die an den Euro gebundene finnische Wirtschaft. Dabei spielt es absolut keine Rolle, wie gross bzw. klein die jeweilige Unternehmung ist. 

Donnerstag, 2. Mai 2019

200.000 Deutsche wandern jährlich aus


Das schreibt zumindest das Manager Magazin im August 2018. Eine recht beachtliche Zahl! Das schwedische statistische Zentralbüro SCB vermeldet, dass im Jahr 2018 51.140 Deutsche in Schweden gemeldet waren. Das schwedische Fernsehen berichtete am 29.04.2019 dass allein in Småland rund 3.000 Häuser Deutschen gehören. Dies ganz nüchterne schnöde Zahlen mit doch beachtlichem "Sprengstoff".

Das Manager Magazin schreibt in gleichem Artikel, dass es momentan in Deutschland nur noch
15 Millionen Menschen real wirklich Steuern zahlen. Alle anderen Steuerzahler zahlen nichts anderes als Steuern von Steuern, die andere für sie erwirtschafteten. So bspw. Politiker wie Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst, alles in allem momentan rund 12 Millionen Staatsbedienstete. Im Zuge dessen hat die eingangs genannte Zahl von 200.000 deutschen Auswanderern eine um so höhere Brisanz. Und wie immer im Leben gilt auch hier:

Was des Einen sin Uhl, ist dem Anderen sin Nachtigall!

Der nach wie vor vorhandene Zustrom qualifizierter Arbeitskraft aus deutschen Landen nach Schweden stärkt natürlich das hiesige Gemeinwesen. Auch hindert ja Deutschland nun wirklich niemand daran, etwas an dieser Situation zu ändern. Allerdings gilt auch hier in Schweden:

Klotzen, nicht kleckern und vor allem nicht meckern!

Wer hierher nach Schweden geht, der sollte ganz konkrete Vorstellungen von seinem zukünftigen Leben hier haben. Vor allem davon, wie er hier seinen Lebensunterhalt verdient. Dabei kann kameradschaftliche Hilfe unter Landsleuten nicht das Verkehrteste sein. Auch ist es ganz zweckmässig, sich schnell in das hiesige Gemeinwesen zu integrieren. Dazu gehört neben dem Erlernen der Sprache die Akzeptanz, dass Schweden eben doch etwas anders ist.

Dienstag, 30. April 2019

Kriminalität in Schweden Teil II - Achten Sie auf Ihr Handgepäck

Vor einiger Zeit beschäftigte ich mich schon einmal mit diesem leidigen Thema. So kurz vor Beginn der Urlaubssaison ist es Zeit für ein Update. Mittlerweile leider Gottes kein Tag, wo nicht hiesige Medien über Einbrüche wie Gewalttaten aller Art berichten. Auch kein Geheimnis, dass die schwedische Polizei damit überfordert ist. Überfordert weil mit steigender Kriminalität die Mittel für die hiesige Polizei mehr und mehr zusammen gestrichen wurden. Allein die seit einigen Jahren übliche operative Polizeiarbeit ist das Gegenteil von praktisch. So schön Zentralisierung in bspw. Malmö ist, so kontraproduktiv ist es, weil eben ein Polizist in Malmö am Hörer der 112 eher schlecht etwas ggf. mit den Begriffen Säteriet wie Högaskog im Osten Smålands anfangen kann. Während da ggf. das Opfer noch lang und breit am Telefon erklärt, was Sache ist, sind die Ganoven dieser Welt längst über alle Berge. Bleibt die Frage wie immer in solchen Fällen:

Was dann tun?

Grundregel Nummer Eins lautet, immer wachsam zu sein. Achten Sie vor allem im Urlaub auf Ihr Handgepäck. Publizieren Sie bitte keine Bilder im Web, wo Sie gerade im schönen Schweden urlauben. Besser können Sie Langfingern nicht signalisieren, dass Sie nicht zu Hause sind.

Greifen Sie zur Selbsthilfe!

Selbsthilfe der Form, dass Sie sich nicht selbst zum potentiellen Ziel machen. Meiden Sie daher schwedische Grossstädte. Man muss nicht zwingend in Stockholm, Malmö oder Göteborg Urlaub machen, um unser schönes Schweden kennen zu lernen. Das kann man auch anderswo in Schweden tun.

Achten Sie darauf, dass Sie immer wissen, wo Sie sind. Keinem Polizisten ist damit geholfen, wenn Sie ihm am Telefon sagen, dass Sie im Wald stehen. Wald ist hier überall. Etwas konkreter sollte es allein deshalb dann schon sein.

Gehen Sie grossen Menschenansammlungen aus dem Weg. Dinge wie ein Rock Festival zu Pfingsten sind zwar immer sehr schön, aber eben auch gefährlich. Sie wissen momentan wirklich nicht, welcher I....t das gleiche Festival wie Sie besuchen wird.

Halten Sie sich Schluss endlich körperlich fit. Körperliche Fitness war noch immer die beste Art der Selbstverteidigung.

Montag, 29. April 2019

Schwedisch in Schweden mit Gunter Flügel lernen

Während einer meiner Schwedisch Seminare in Nybro hatte ich dankenswerter Weise das schwedische Fernsehen zu Gast. Dabei entstand dieses Bild. Die Sendung wurde am 29.04.2019 unter dem Titel

Här lär sig tyskar att sprechen Deutsch

ausgestrahlt. Stort tack så jätte mycket Karin Ahlgren für die Zusammenarbeit. Frau Karin Ahlgren ist Lokalreporterin der Regionalsendung Smålandsnytt des Schwedischen Fernsehens.