Donnerstag, 25. Oktober 2018

Wie sieht die Photovoltaik Förderung in Schweden aus?


Mit dieser Frage beschäftigte sich gestern Abend eine interessante Veranstaltung der Vuxenskolan Nybro. Momentan kann jeder der darüber nachdenkt, ob er sich Photovoltaik Elemente auf dem Dach seines Hauses montiert, eine 30%ige Förderung in Anspruch nehmen, die hier Solcellbidrag heisst und bei der zuständigen Länsstyrelsen beantragt wird. Dies die gute Nachricht.

Die eher weniger gute lautet, dass die Rahmenbedingungen mehr oder weniger intransparent sind und in den letzten Jahren gleich mehrfach geändert wurden. Der Referent wies daraufhin ganz genau den Einzelfalls zu prüfen, was für wen wie und wann zutreffend ist. Besonders spannend wird es, wenn man beabsichtigt, selbst einzuspeisen. Denn dann hat der Energieversorger eigener Wahl noch ein Wörtchen mit zu reden, was die zu montierenden Gerätschaften angeht. So kann ganz schnell der vermeintliche Vorteil von 30% durch diverse mehr oder weniger sinnvolle Nebenkosten aufgezehrt werden. 

Dabei könnte es doch eigentlich ganz einfach sein: Wenn jemand die eigene Dachfläche dem Energieversorger zum Zweck der Stromerzeugung zur Verfügung stellt, dann müsste doch normalerweise dieser eine monatliche Miete für die Nutzung der Dachfläche an deren Eigentümer bezahlen.  Wenn Sie eine Wohnung oder Auto mieten, dann bezahlen Sie ja auch Ihre Miete an den Eigentümer und nicht dieser mehr oder weniger indirekt an Sie. 

Schon würde die Amortisation anders aussehen. 

Denn diese läuft momentan auf eine Rechnung mit mehreren Unbekannten hinaus. Vergleichsweise einfacher ist es, zu bestimmen welchen Wert a und b in der Aufgabe a + b = 10 annehmen können. Wird doch jede Amortisationsrechnung auf Basis heute geltender Tarife erstellt. Das kann aber morgen ganz anders aussehen. Dreht wer auch immer wann auch immer an der Preis- und Steuerschraube, dann kann die Amortisationsrechnung von heute ganz schnell der berühmte Schnee von gestern sein. 

Momentan wird von einer Amortisationszeit ab 12 Jahren bis zu weit mehr als 25 Jahren ausgegangen. Damit dürfte der Anteil derjenigen für den dies interessant ist, sehr schnell recht überschaubar sein. Es sei denn ein aus Deutschland auswandernder Rentner möchte seinen Enkeln eine Erbschaft hinterlassen von der heute niemand garantieren kann, ob sie dann auch im Jahr 2043 eintreffen wird. Bleibt die Frage:

Gibt es Alternativen?

Ja die gibt es! Sie lautet Inselbetrieb. Dies bedeutet, Sie speisen nicht ein sondern versorgen "nur" sich selbst. Dies hat zwei entscheidende Vorteile. 
  1. Die Kosten sind sehr überschaubar. Oder anders ausgedrückt. Sie liegen ohne Förderung, die Sie ja dann nicht bekommen immer noch weit unter dem, was Sie mit Förderung investieren müssten. Denn die Kosten für diverse Wandler, einen extra neuen Zähler usw. usf. fallen ja weg.
  2. Ihre Energiebilanz ist besser. Wenn Sie nämlich einspeisen, dann benötigen Sie immer einen grossen Teil Photovoltaik Elemente nur dazu, um die Verluste durch Wandlung von Niederspannungsgleichstrom auf Normalspannung Wechselstrom zu kompensieren. Jedes Photovoltaik Element erzeugt je nach Bauart 12 Volt plus minus X Gleichstrom. Sie können aber nur 230 Volt Wechselstrom einspeisen. Brauchen also einen Wechselrichter der aus Gleichstrom Wechselstrom macht und einen Wandler, der aus 12 V plus minus X 230 V macht.
Nun wissen wir alle spätestens seit Georg Ohm (1789 - 1854), dass jeder elektrische Verbraucher einen sogenannten Spannungsabfall erzeugt, der in Wärme umgewandelt mehr oder weniger nutzlos ist. Der Fachmann kann Ihnen ganz genau ausrechnen, wie hoch dieser ist. Da können sehr schnell einige Prozent der ursprünglich erzeugten Leistung zusammen kommen. Vereinfacht ausgedrückt heisst dies bei Einspeisung, Sie erzeugen mit zehn Photovoltaik Elementen eine Leistung X, können aber immer nur eine Leistung X-Y einspeisen. Sie betreiben dem folgend Photovoltaik auf Ihrem Dach zur Freude Ihres Energieversorgers.

Betreiben Sie aber Photovoltaik im Inselbetrieb, dann brauchen weniger Photovoltaik Elemente um den gleichen Effekt erzielen zu können. Eigener bescheidener Selbstversuch seit 2005 zeigt im Dauerbetrieb, dass man so mit schon nur einem einzigen Quadratmeter Fläche sehr viel erreichen kann, wenn man konsequent Stromkreise einfach vom Netz trennt in dem man sie umklemmt oder einfach neu legt. Derartige Anlagen sind heute für vergleichsweise wenig Geld im einschlägigen Handel erhältlich. Bleibt die spannende Frage:

Was ist im Winter?

Nicht mehr so sehr viel! Wir stellen hier seit nun mehr über zehn Jahren in schöner Regelmässigkeit fest, dass unsere Photovoltaik ab November bis Februar mehr oder weniger nicht mehr läuft. Dies hängt einfach damit zusammen, dass dann die Sonne nicht mehr hoch genug steigt und sich an manchen Tagen gar nicht mehr so richtig sehen lässt. Hinzu kommt möglicherweise Schnee auf unserer Photovoltaik weshalb ich diese am Sockel unseres Hauses und eben nicht auf dem Dach montierte. So kann man sie einfacher nach Schneefall abkehren, um überhaupt noch etwas erzeugen zu können. Ist sie nämlich einmal eingefroren, was ganz schnell geht, dann hat man keine Chance sie wieder aufzutauen. Dann kann man nur noch warten, bis im März die Sonne wieder höher steht.

So bleibt abschliessend zu sagen: Der Inselbetrieb von Photovoltaik in Verbindung mit einem Windgenerator hat durchaus Sinn. Die Inanspruchnahme einer Photovoltaik Förderung in Schweden hat aus meiner bescheidenen Sicht momentan zu viel Unwägbarkeiten. Sie nutzt nach derzeitigem Stand eher dem Energieversorger denn Ihnen. Gestrigen Rechenmodellen folgend kann man in den nächsten Jahren gar nicht soviel elektrische Energie verbrauchen, dass sich diese hohe Investition in diese Art Photovoltaik rechnet. Da ist es alle Mal billiger alles so zu lassen wie es ist. Deshalb von dieser Stelle unbekannterweise tack så mycket an den Referenten. Er traf sehr direkt in der hier üblichen Offenheit gestern Abend den Nagel auf seinen berühmten Kopf. Auch wenn er es Schweden typisch nicht so direkt sagte.






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