Freitag, 16. November 2018

Werden nur Afroamerikaner auf schwedischem Arbeitsmarkt diskriminiert?


Das schwedische Fernsehen berichtete gestern Abend davon, dass Afroamerikaner auf dem schwedischen Arbeitsmarkt diskriminiert werden. Was das hiesige öffentlich rechtliche Fernsehen nicht dazu sagt, dass es auch anderen Einwanderern ebenso geht. Die Diskriminierung ausländischer Arbeitskräfte auf dem hiesigen Arbeitsmarkt hat leider Gottes rein gar nichts mit der Herkunft des Einwanderers zu tun. Wenn man sich bspw. eine neue Glashütte in Orrefors bauen lässt und die am Bau beteiligten Einwanderer nicht bezahlt, dann ist dies auch Diskrimierung. Unsensibel obendrein, wenn man das dann noch vollmundig der Form kund tut: "Vi har haft 60 volontärer som arbetat oavlönat." Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in meinem Buch "Geschichten aus dem schwedischen Glasreich". Es ist im Buchhandel erhältlich. 


Diskriminierung ausländischer Arbeitskräfte ist auch, wenn man ihnen zum Teil über Jahre hinweg den Zugang zum Sprachunterricht SfI - Svenska för Invandrare verwehrt. Dies ganz einfach weil der Einwanderer egal welcher Qualifikation und Herkunft maximal eine schlecht bezahlte Hilfstätigkeit findet. Fälle dieser Art sind belegt. Sie betreffen konkret deutsche Einwanderer.

Diskriminierung ausländischer Arbeitskräfte ist auch, wenn sich die hiesige Arbetsförmedlingen der Unterstützung Arbeit suchender mit Sprüchen der Art, "Sök Jobb" - "Such Dir einen Job" verwehrt, was u.a. ein Grund ist, dass es nun endlich Überlegungen gibt, diese Organisation aufzulösen


So hat besagte Diskrimierung rein gar nichts mit der Herkunft des Einwanderers zu tun, wie es Herr Matthias Gardell dem geneigten Zuschauer Glauben machen möchte. Wenn dem so wäre, dann müssten bspw. die syrischen Einwanderer aus meinem ganz konkreten Umfeld in den Top Jobs tätig sein. Sind sie aber nicht. Die Syrer sind ja wie hier lebenden Deutsche, Dänen und Polen offensichtlich keine Afrosvenskar. 

Auch müsste dann so manch deutschem Einwanderer in doch etwas anderem Umfeld der eigenen Qualifikation entsprechend tätig sein. Mit diesem wenig bekannten Thema beschäftige ich mich in meinem Buch "Auswandern nach Schweden 2.0 - Business in und mit Schweden". Es ist ebenfalls im Buchhandel erhältlich. 

Die Herausforderung die sich Schweden zu stellen hat besteht darin, endlich die vielen nicht sichtbaren, darum aber um so mehr vorhandenen Schranken, die den Einwanderern den Zugang zum Arbeitsmarkt erschweren zu beseitigen. Dies beginnt nicht in Stockholm in der ganz ganz grossen Politik sondern ganz ganz unten vor Ort in der Kommune und dem Agieren der Entscheidungsträger vor Ort. Lassen diese weiter Eskapaden wie den Einsatz unbezahlter ausländischer Arbeitskräfte zu oder ist die Kommune endlich bereit entsprechend zu reagieren? 

Davon wird abhängen, ob sich die hiesige Gesellschaft weiter spaltet. Es ist bspw. ein Widersinn, ausländische Arbeitnehmer auszugrenzen und diesen im gleichem Atemzug vor zu werfen, dass diese  dann ebenfalls dicht machen.  Auch kann langfristig die aktuelle Situation genau denjenigen, die heute ausgrenzen auf die Füsse fallen. Schon vor weit über 30 Jahren galt: "Sei freundlich zu jedermann, er könnte morgen Dein Chef sein." Gut möglich, dass die heute Ausgegrenzten in schon wenigen Jahren gleiches umgekehrt tun. 

Noch ist Zeit dies zu verhindern!

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